Der Notar schob mir die Vollmacht über neunzig Milliarden Yuan hin und sagte, dass meine sechsjährige Ehe niemals existiert habe.
Ich saß in seinem Büro im dreiundzwanzigsten Stock, während draußen der Regen gegen die Fenster peitschte. Auf dem Tisch lag die goldene Füllfeder meines Vaters, die ich seit seinem Tod in meiner Handtasche trug. Ihr Verschluss war an einer Stelle zerkratzt. Ich strich mit dem Daumen darüber, weil ich mich an irgendetwas Festes klammern musste.
—Frau Su, bevor Sie unterschreiben, muss ich Ihnen eine Auskunft geben, sagte der Notar.
—Welche?
Er schloss die Akte nicht. Er legte nur beide Hände darauf.
—Die Heiratsurkunde, die Sie besitzen, ist gefälscht.
Für einen Moment hörte ich nur die Klimaanlage.
—Wiederholen Sie das.
—Im staatlichen Register gibt es keine Ehe zwischen Ihnen und Adrian Lu. Rechtlich sind Sie unverheiratet.
Ich sah auf den Namen meines Mannes, der in der Vollmacht stand. Adrian Lu. Der Mann, mit dem ich sechs Jahre lang jeden Morgen gefrühstückt und jede Nacht das Bett geteilt hatte.
—Und Adrian?
Der Notar atmete langsam aus.
—Er ist verheiratet.
—Mit wem?
Er drehte den Bildschirm zu mir.
—Mit Nina Fang.
Nina. Seine Sekretärin. Die Frau, die ich wie eine jüngere Schwester behandelt hatte. Ich hatte ihr Kleider gekauft, ihre Geburtstagsfeiern organisiert und sie vor Adrian verteidigt, wenn er ihr zu viel Arbeit gab.
„Danke, Schwägerin“, hatte sie immer gesagt.
Drei Tage nach meiner Hochzeitszeremonie hatte Adrian sie gesetzlich geheiratet.
Während ich noch Blumen von den Gästen entgegennahm.
Ich legte die Vollmacht zurück auf den Tisch.
—Ändern Sie die Erbstruktur. Alles muss ausschließlich auf meinen Namen laufen.
—Frau Su, das Vermögen Ihres Vaters umfasst Beteiligungen, Grundstücke und mehrere Treuhandfonds. Ihr Ehemann hätte nach dem Testament Anspruch auf einen Teil—
—Ich habe keinen Ehemann.
Meine Stimme klang ruhig. Das erschreckte mich selbst.
—Bereiten Sie außerdem eine Klage gegen Adrian Lu vor.
—Wegen welcher Vorwürfe?
Ich stand auf und nahm die goldene Füllfeder vom Tisch.
—Wegen aller, die Sie finden können. Ich kann offenbar keinen Mann verklagen, der mein Ehemann ist.
Ich lächelte ohne Freude.
—Denn ich hatte nie einen.
Fünf Minuten später schrieb Adrian mir: „Elena, die neue Armspange deiner Lieblingsmarke ist angekommen. Ich habe sie reserviert. Heute komme ich früh nach Hause. Ich vermisse dich.“
Jedes Satzzeichen saß genau dort, wo es sitzen sollte. So schrieb er immer, wenn er mich beruhigen wollte.
Ich antwortete nicht. Stattdessen fuhr ich zum Flughafen.
Am Ausgang für internationale Flüge sah ich ihn nach einer halben Stunde. Sein dunkler Mantel war offen, in einer Hand hielt er seinen Koffer. Die andere lag um Ninas Schultern.
Sie lachte leise.
—Du hast gesagt, du würdest es ihr heute sagen, flüsterte sie.
Adrian beugte sich zu ihr und küsste sie.
Nicht heimlich. Nicht zögernd. Mitten in der Ankunftshalle.
Mein Telefon vibrierte erneut.
„Ich beeile mich. Ich liebe dich.“
Ich ging, bevor er mich bemerkte.
In der alten Villa meines Vaters roch sein Arbeitszimmer noch nach Zedernholz und kalter Asche. Auf dem Schreibtisch lag ein Umschlag, den ich sechs Jahre lang nicht geöffnet hatte. Darin fand ich drei handgeschriebene Zeilen: „Elena, ich bedaure, dich der Familie Lu anvertraut zu haben. Adrian ist nicht der, für den du ihn hältst. Lass die Kapseln untersuchen, die Victoria dir jeden Monat schickt.“
Meine Finger wurden taub.
Seit sechs Jahren nahm ich die angeblichen Vitamine meiner Schwiegermutter. Adrian erinnerte mich jeden Morgen daran.
Noch in derselben Nacht brachte ich die Kapseln in ein privates Labor. Am nächsten Morgen rief Victoria an.
—Nina fühlt sich nicht gut, sagte sie. Sie wird ein paar Tage bei euch wohnen.
—Warum?
—Du bist doch wie eine ältere Schwester für sie. Kümmere dich um sie.
Sie wollte „zwischen Schwägerinnen“ sagen, doch sie verschluckte die Worte und korrigierte sich.
—Ich meine, zwischen Schwestern.
Da wusste ich, dass sie es ebenfalls wusste.
Kurz darauf rief Julia an, meine beste Freundin und Trauzeugin.
—Wusstest du, dass Nina schwanger ist?
Am anderen Ende blieb es still.
Zu lange.
—Wer hat dir das erzählt? Elena, du bildest dir Dinge ein.
—Ich habe Adrian und Nina gestern küssen sehen.
Ihr Atem stockte.
—Adrian sagte, er habe seine Gründe.
Ich schloss die Augen.
Meine Schwiegermutter wusste es. Julia wusste es. Adrian hatte eine rechtmäßige Ehefrau und ich war dabei gewesen, ihm mein gesamtes Erbe zu schenken.
Dann klingelte das Labor.
—Frau Su, wir haben das vorläufige Ergebnis, sagte der Arzt. Das sind keine Vitamine. Die Kapseln enthalten Hormone, die bei langfristiger Einnahme den Eisprung unterdrücken und den Zyklus schwer schädigen können.
Ich sah auf das Hochzeitsfoto meines Vaters. Adrian lächelte. Victoria weinte. Und im Hintergrund stand Nina in einem weißen Kleid.
In diesem Augenblick begriff ich, dass ich vielleicht sechs Jahre lang nicht in einer falschen Ehe gelebt hatte, sondern in einem sorgfältig vorbereiteten Plan. Ich zog die oberste Schublade des Schreibtisches auf, in der mein Vater alte Geschäftsunterlagen aufbewahrt hatte. Unter einem Bündel vergilbter Rechnungen lag eine schwarze Mappe. Meine Hand glitt zu ihrem Verschluss, doch bevor ich ihn öffnen konnte, hörte ich hinter mir das Geräusch eines Schlüssels im Schloss…
TEIL 2
Die Tür des Arbeitszimmers öffnete sich, und Julia trat ein, als wäre sie nicht gerade in das Haus meines verstorbenen Vaters eingebrochen.
Ihr roter Regenschirm tropfte auf den Marmorboden. An ihrem Handgelenk glänzte die silberne Uhr, die ich ihr zur Hochzeit geschenkt hatte. Früher hätte mich dieser Anblick beruhigt. In dieser Nacht wirkte er wie eine Anklage.
—Du solltest nicht allein hier sein, sagte sie.
Ich hielt die schwarze Mappe an meine Brust.
—Das sagen normalerweise Menschen, die wissen, warum ich Angst haben sollte.
Julia schloss die Tür.
—Elena, hör mir zu. Adrian hat dich nicht aus Geldgier geheiratet.
—Er hat mich überhaupt nicht geheiratet.
Sie zuckte zusammen.
—Das ist komplizierter.
—Nein. Eine Ehe ist eingetragen oder nicht eingetragen. Du warst meine Trauzeugin. Hast du die gefälschte Urkunde gesehen?
Julia sah zur Seite.
—Ich habe sie nur weitergegeben.
—An wen?
—An Adrian.
Der Regen trommelte auf das Dachfenster. Ich öffnete die Mappe. Darin lagen Kopien meiner Hochzeitspapiere, Überweisungen und eine Liste von Medikamenten. Neben jedem Präparat stand ein Datum. Die erste Kapsel hatte ich drei Wochen vor der Zeremonie bekommen.
—Wer hat diese Liste geführt?
Julia setzte sich, ohne dass ich sie dazu aufgefordert hatte.
—Dein Vater.
Mein Herz schlug einmal hart gegen meine Rippen.
—Warum hat er mir nichts gesagt?
—Er wollte es. Aber Adrian fand heraus, dass er gegen die Familie Lu ermittelte.
—Und dann?
Julia presste die Hände zusammen.
—Dein Vater starb nicht einfach an einem Herzversagen.
Ich trat zum Fenster. Unter mir verschwammen die Lichter der Stadt im Wasser.
—Sag den Satz zu Ende.
—Ich weiß nicht, ob Adrian etwas damit zu tun hatte. Aber in den Wochen davor stritt dein Vater ständig mit Victoria. Er sagte, die Lus hätten Zugriff auf Teile deines Vermögens vorbereitet.
Ich drehte mich um.
—Und du hast mich trotzdem zu ihm geführt?
Julia weinte jetzt. Tränen liefen über ihre Wangen und tropften auf die Uhr, die ich ihr geschenkt hatte.
—Ich dachte, Adrian würde sich ändern. Er sagte, er liebe dich wirklich. Er sagte, die Ehe mit Nina sei nur eine Absicherung, weil Victoria sie als Schwiegertochter wollte.
—Eine Absicherung, die drei Tage nach meiner Hochzeit geschlossen wurde?
—Er sagte, er werde sich scheiden lassen.
—Wann? Nach meiner Unfruchtbarkeit?
Julia senkte den Blick.
Mein Telefon klingelte. Victoria.
Ich nahm ab und stellte den Lautsprecher ein.
—Elena, warum gehst du nicht ans Telefon? Ihre Stimme war samtig und ruhig. Nina ist angekommen. Adrian ist noch unterwegs.
—Warum gibst du mir seit sechs Jahren diese Kapseln?
Am anderen Ende hörte ich einen kurzen Atemzug.
—Welche Kapseln?
—Die, die meine Fruchtbarkeit unterdrücken.
—Das ist eine absurde Anschuldigung.
—Dann komm her und erkläre sie mir ins Gesicht.
—Du bist aufgebracht. Wir reden morgen.
—Nein. Du redest jetzt.
Ihre Stimme wurde schärfer.
—Was willst du eigentlich? Du hast doch alles bekommen. Ein Haus, eine Familie, einen Ehemann.
—Einen Ehemann, der eine andere Frau geheiratet hat.
Stille.
Dann sagte Victoria leise:
—Du hättest niemals die Unterlagen deines Vaters öffnen dürfen.
Die Verbindung brach ab.
Julia sah mich an.
—Sie hat gerade zugegeben, dass sie davon weiß.
—Nein, sagte ich. Sie hat etwas Schlimmeres getan. Sie hat Angst gezeigt.
Am nächsten Morgen traf ich den Laborarzt in einem kleinen Untersuchungsraum hinter einer Apotheke. Die Wände rochen nach Alkohol, auf dem Tisch stand eine zerbrochene Keramiktasse.
—Wir haben zwei Chargen getestet, erklärte er. Beide enthalten dieselbe hormonelle Substanz. Bei jahrelanger Einnahme kann sie die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und die Leber belasten.
—Kann sie eine Schwangerschaft verhindern?
—Mit hoher Wahrscheinlichkeit. Aber wir müssen weitere Untersuchungen durchführen.
Ich nahm den Bericht entgegen. Meine Hand zitterte nicht mehr.
—Haben Sie Beweise für die Herkunft der Kapseln?
—Die Verpackung trägt die Kennzeichnung einer Klinik in Schanghai. Wir haben jedoch festgestellt, dass die Seriennummern mehrfach verwendet wurden.
In diesem Moment erhielt ich eine Nachricht von Adrian: „Wir müssen reden. Komm heute Abend in die Firma. Wenn du die Vollmacht zurückziehst, verlieren zweihundert Mitarbeiter ihre Arbeit.“
Ich fuhr zu seinem Büro.
Die Firma lag im vierzigsten Stock eines gläsernen Turms. An der Rezeption standen bereits zwei Sicherheitsleute. Adrian wartete in seinem Büro, Nina neben ihm, eine Hand schützend auf ihrem Bauch.
Auf seinem Schreibtisch lag die neue Armspange, von der er mir geschrieben hatte.
—Du bist wirklich gekommen, sagte Adrian.
—Du hast mich gerufen.
—Unterschreib die Finanzierung. Danach erkläre ich dir alles.
—Du erklärst mir gar nichts. Du beantwortest Fragen.
Nina hob das Kinn.
—Elena, du solltest dich beruhigen.
Ich sah auf ihre Hand.
—Nenn mich nicht so, als wären wir Schwestern.
Adrian trat zwischen uns.
—Du zerstörst gerade die Zukunft dieser Firma.
—Nein. Ich verhindere, dass mein Geld in die Hände eines Mannes gelangt, der mich sechs Jahre lang vergiftet hat.
Sein Gesicht verlor jede Farbe.
—Das ist Verleumdung.
Ich legte den Laborbericht auf den Tisch.
—Dann verklag mich.
Er nahm das Papier, überflog die erste Seite und zerknüllte sie.
—Du weißt nicht, was du tust.
—Doch. Zum ersten Mal weiß ich es ganz genau.
In diesem Moment öffnete sich die Tür. Der Notar meines Vaters kam herein, begleitet von einer Frau mit einem Aufnahmegerät.
—Frau Su, sagte er, wir haben die letzte Anweisung Ihres Vaters gefunden. Aber bevor wir sie abspielen, müssen Sie wissen, dass Adrian bereits versucht hat, auf einen Teil Ihrer geerbten Konten zuzugreifen…
TEIL 3
…Der Notar legte das Aufnahmegerät auf den Tisch. Sein schwarzes Gehäuse war an der Ecke abgesplittert, und die rote Kontrollleuchte blinkte regelmäßig.
Adrian starrte darauf.
—Das ist unerlaubt.
—Es ist eine notarielle Sicherung, erwiderte der Notar. Ihr Vater hat sie vor seinem Tod hinterlegt.
Nina wich einen Schritt zurück.
—Adrian, was bedeutet das?
Er antwortete nicht.
Der Notar drückte auf die Wiedergabe.
Zuerst war nur das Knacken einer alten Leitung zu hören. Dann erklang die Stimme meines Vaters, schwach, aber klar.
„Wenn Elena diese Aufnahme hört, ist mein Verdacht bestätigt. Adrian Lu und seine Familie haben ihre Heirat vorbereitet, um nach meiner Zustimmung Zugriff auf ihr Erbe zu erhalten. Die Zeremonie wird öffentlich sein, aber die Registrierung absichtlich verhindert werden.“
Meine Knie wurden weich. Ich legte die Hand auf die Tischkante.
Die Stimme fuhr fort:
„Victoria Zhao lässt Elena Medikamente geben, die als Nahrungsergänzung ausgegeben werden. Sie dienen nicht ihrer Gesundheit, sondern sollen eine Schwangerschaft verhindern, bis das Vermögen übertragen ist. Adrian benötigt Zeit. Sobald Elena erbt, wird er die Finanzierung verlangen.“
Nina presste beide Hände auf ihren Bauch.
—Das ist nicht wahr.
Der Notar blickte sie an.
—Die Laborberichte und die Lieferketten bestätigen die Aussage.
Auf der Aufnahme hustete mein Vater.
„Nina Fang ist nicht nur Adrians Sekretärin. Sie ist die rechtmäßige Ehefrau, die Victoria für den Fall vorgesehen hat, dass Elena misstrauisch wird. Ihre Schwangerschaft beschleunigt den Plan. Das Kind soll als Erbe der Familie Lu dienen.“
Adrian schlug mit der Faust auf den Tisch.
—Genug!
Ich sah ihn an.
—Nein. Jetzt beginnt es erst.
Die Aufnahme endete. Für einige Sekunden sprach niemand.
Nina wandte sich zu Adrian.
—Du hast gesagt, ich sei die Einzige, die du liebst.
—Nina, hör mir zu. Dein Vater ist tot. Er wollte uns zerstören.
—Du hast gesagt, Elena sei nur eine Übergangslösung.
Sein Blick sprang zu mir.
—Das habe ich nie gesagt.
—Doch, sagte Nina. Du hast es gesagt, nachdem ich die Heiratsurkunde unterschrieben hatte.
Ihre Stimme brach.
—Du hast gesagt, sobald ihr Geld da ist, würdest du mich und unser Kind in eine eigene Wohnung bringen.
Adrian wurde bleich.
Ich nahm die Armspange vom Tisch. Innen war ein kleiner Verschluss verborgen. Darunter fand ich eine winzige Speicherkarte.
—Was ist das?
Der Notar erstarrte.
—Ihr Vater hatte diese Armspange vor seinem Tod bei einem Ermittler deponiert. Wir haben sie gestern aus dem Bankschließfach erhalten.
Die hinzugezogene Ermittlerin setzte die Karte in ihren Rechner ein. Eine Aufnahme erschien: Adrian und Victoria in einem Restaurant, Monate vor meiner Hochzeit.
Victoria sagte: „Sobald sie unterschreibt, ist die Firma gerettet. Wenn sie ein Kind bekommt, verlieren wir die Kontrolle. Die Kapseln müssen weitergegeben werden.“
Adrian antwortete: „Sie wird nichts merken. Elena vertraut mir blind.“
Ich hörte meine eigene Stimme in meinem Kopf, wie ich ihn jeden Morgen daran erinnert hatte, seine Tabletten nicht zu vergessen.
Die Ermittlerin stoppte die Aufnahme.
—Damit haben wir einen Anfangsverdacht wegen Betrugs, Körperverletzung und Urkundenfälschung.
Adrian wich zurück.
—Sie können mich nicht verhaften.
—Noch nicht, sagte sie. Aber wir können verhindern, dass Sie das Land verlassen.
Er griff nach seinem Telefon. Es klingelte sofort. Der Anrufer war seine Mutter.
—Adrian, sagte Victoria panisch, geh nicht nach Hause. Die Polizei ist bei uns.
Er schloss die Augen.
—Wo bist du?
—In der Villa. Sie haben die Schränke durchsucht. Und Elena … sie haben etwas im Keller gefunden.
Die Verbindung brach ab.
Der Notar nahm einen zweiten Umschlag aus seiner Tasche.
—Frau Su, Ihr Vater hat ausdrücklich verfügt, dass dieser Umschlag erst geöffnet werden darf, wenn die Aufnahme bestätigt ist.
Ich sah auf das Siegel mit dem Wappen meiner Familie.
—Was steht darin?
—Das wissen wir nicht. Aber es gibt einen Namen, der bisher in keiner Akte auftauchte.
—Welchen?
Der Notar reichte mir den Umschlag. Auf der Vorderseite stand nur: „Für Elena, falls Adrian glaubt, er habe bereits gewonnen.“
In diesem Augenblick klingelte das Telefon der Ermittlerin. Sie hörte zu, dann veränderte sich ihr Gesicht.
—Frau Su, sagte sie langsam, wir haben gerade erfahren, dass jemand versucht, Ihre Mutter ausfindig zu machen. Und die Spur führt nicht zu den Lus…
Adrian hörte seine eigenen Worte und wurde ganz still…
Ich dachte, die Wahrheit über meine Ehe wäre das Ende. Doch danach begann erst der Kampf um mein eigenes Leben.
„Elena vertraut mir blind.“
Zum ersten Mal konnte er sich nicht mehr verstecken.
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